Beim Sieg-Radweg tut sich was – aber leider nur im Kreis Altenkirchen

Der Kreis Altenkirchen baut den Sieg-Radweg weiter aus, und zwar zwischen Etzbach und Wissen. Diejenigen, die am Tag des autofreien Siegtals dort mit dem Rad unterwegs waren, werden sich erinnern: Um den Radlern den extrem schweren Berg zwischen Oppertsau und Dünebusch zu ersparen, baute das THW eine Behelfsbrücke über die Sieg  und ließ so eine flache Strecke nach Pirzenthal/Wissen entstehen. Die Brücke wurde dann natürlich immer wieder abgebaut.

Nun soll laut Beschluss des Kreistages in Altenkirchen dort eine feste Brücke entstehen, um den Sieg-Radweg dauerhaft attraktiver zu machen.

Was nun im Siegtal fehlt, ist der Lückenschluss zwischen Dreisel/Dattenfeld und Schladern. Zuständig ist hier für die Planung der Rhein-Sieg-Kreis. Wie sieht es da aus? Die seit vielen Jahren zur Diskussion stehende Radbrücke zwischen Dreisel und Schladern? Abgelehnt aus Naturschutzgründen. Planung einer Alternativstrecke? Fehlanzeige.

Man hat aber auch nicht den Eindruck, dass die schwarz-grüne Mehrheit in Siegburg vom Schneckentempo in den Galopp wechseln möchte. Dass der bescheidene Tourismus hier bei uns auch ein attraktiver Radtourismus werden könnte, ist noch nicht in allen Köpfen angekommen. In Altenkirchen greift man auf das Förderprogramm „Innovative Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland“ des Bundesverkehrsministeriums zurück. Wann folgt endlich der Rhein-Sieg-Kreis?

Für Windeck bedeutet dieser Beschluss, dass schnellstens die Planung des Radweges von Rosbach nach Au umgesetzt werden muss, damit erstens, die Fahrt entlang der gefährlichen Bundesstraße vermieden wird, und zweitens, eine Anbindung des Siegradweges an den Radweg in Richtung Etzbach-Wissen nicht verpasst wird. Der Siegradweg wird z.Zt. vom Kreisplanungsamt des Rhein-Sieg-Kreises entlang der B256 von Rosbach nach Au geplant. Diese Fahrradroute entlang der stark befahrenen Bundesstraße ist sicherlich touristisch nicht sehr attraktiv. Die SPD-Fraktion hat mehrmals darauf hingewiesen, dass es auch eine touristisch attraktive und kostengünstigere Möglichkeit gibt, den Radweg von Rosbach nach Au teilweise über das Gemeindegebiet Hamm zu führen.

Schwierigkeiten beim Ankauf von benötigten Flächen einiger Anwohner, sowie Eingaben des BUND (!) konnten in der Vorplanung des Radweges (Bauabschnitt 1 Rosbach-Gansau) an der B256, nach unserem Kenntnisstand, nicht ausgeräumt werden. Es ist nun an der Zeit, zu reagieren.Man darf sicherlich erwarten, dass auch die Landesgrenze kein Hindernis darstellt für eine Zusammenarbeit zwischen Rhein-Sieg-Kreis und Kreis Altenkirchen.

Es ist ein haltloser Zustand, dass man offensichtlich von der Kreisverwaltung in Siegburg die abgelehnte Fahrradbrücke zwischen Schladern und Dreisel hinnimmt, ohne schnellstens nach geeigneten Varianten zu suchen und diese entscheidungsreif zu beplanen. Warum bittet der Kreis nicht die NRW-Landesregierung um Mithilfe bei der Umsetzung dieser Radwegeverbindung? Die Landesregierung propagiert doch in ihren Stellungnahmen den Bau von Radwegen medienwirksam. Millionenschwere Förderprogramme wurden beschlossen. Ein durchgängiger Radweg entlang der Sieg bis zur Landesgrenze hat offensichtlich keine Fürsprecher in Siegburg oder Düsseldorf. Durch den Bau der Fahrradbrücke in Etzbach wird nun die Möglichkeit einer sinnvollen Weiterführung des Radweges über die Landesgrenze hinaus geschaffen.

Die SPD-Fraktion fordert Rat und Verwaltung auf, sich gemeinschaftlich für diese Ziele einzusetzen und die Umsetzung konsequent und notfalls auch unbequem bei der Kreisverwaltung einzufordern. Auch wird es bei der Umsetzung dieser Ziele helfen, wenn die im Rat vertretenen Parteien ihre eigenen politischen Gremien im Kreistag und im Landtag für diese Dringlichkeit sensibilisieren.

 

Dirk Bube

SPD-Fraktionsvorsitzender

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