Offener Brief an die Bürgermeisterin bzgl. Aufruf zur Teilnahme an der bundesweiten Kampagne „Stadtradeln“ vom 25. Mai bis 14. Juni 2019

Hallo Frau Bürgermeisterin Gauß,

mal abgesehen von der Tatsache, dass es beim Klimaschutz dringenden Handlungsbedarf gibt erlaube ich mir trotzdem Kritik am Aufruf zur Teilnahme an der Kampagne „Stadtradeln“ des Rhein-Sieg-Kreises zu üben.

Gerne dürfen Sie meinen Brief an die verantwortlichen Stellen beim Rhein-Sieg-Kreis weiterleiten!

Zunächst einmal ein Zitat aus Ihrem Schreiben:

„… für eine kommunale Förderung des Radverkehrs gibt es viele gute Gründe. Radfahren ist gesund und schont die Umwelt. Als ideale Ergänzung zum ÖPNV trägt das Rad erheblich zu einer guten Lebensqualität im Rhein-Sieg-Kreis bei. Eine gute Infrastruktur ist die Basis der Radverkehrsförderung.“

Diese Worte sollten sich die Verantwortlichen Stellen beim Rhein-Sieg-Kreis mal zu Herzen nehmen und endlich die Projekte zum Lückenschluss des Siegradweges in Windeck in Angriff nehmen.

Hier liegen bekanntlich bereits seit 2004 entsprechende Anträge der Ratsmitglieder Fröhling und Bube vor, wie seither der Beschlussüberwachung des Gemeinderates (lfd. Nr. 107) zu entnehmen ist.

Ganz zu Schweigen vom Projekt Radbrücke Dreisel – Schladern, welches ebenfalls bereits seit 2011 in der Beschlussüberwachung (lfd. Nr. 158) zu finden ist.

Nach wiederholten Nachfragen der Antragssteller wurde der Rhein-Sieg in den Rat eingeladen um einen erneuten Sachstandsbericht abzugeben.

Das einzige was dann von der Präsentation des Rhein-Sieg-Kreises durch Hr. Habedank in der Ratssitzung am 18.12.2018 geblieben ist, ist mal wieder der nicht zielführende Ratsbeschluss:

„Der Rat nimmt die Ausführungen des Rhein-Sieg-Kreises zum Sachstand bei den Radwegeprojekten in der Gemeinde Windeck (Lückenschluss Dreisel-Schladern, Radweg Rosbach-Au) zur Kenntnis.“       

Aufschlüsse über konkrete Termine konnte die Präsentation leider nicht geben. Seitdem ruht wieder still der See!

Es soll nämlich maßgeblich an der fehlenden Planungskapazität beim Rhein-Sieg-Kreis liegen.

Die Verantwortlichen sollten sich einmal Gedanken machen, wie durch die genannten Projekte (auch in Verbindung mit der Anbindung an das Radwegenetz im Kreis Altenkirchen) die Erreichbarkeit der DB- / VRS-Haltepunkte Au, Rosbach und Schladern für Radfahrer verbessert und attraktiv gemacht werden könnte! Damit kann man Leute auf das Rad bringen und es wären kurzfristig erhebliche CO2-Einsparungen möglich.

Dies wäre sicherlich sinnvoller als Leute dazu zu animieren einzig und allein für ein gutes Abschneiden im Vergleich der Kreise auf das Rad zu steigen und so für einen erhöhten CO2-Ausstoss mit der Atemluft zu sorgen.

Mein Vorschlag für die Aktion „Stadtradeln“: Die Verantwortlichen des Rhein-Sieg-Kreises treffen sich mit Ihren Familien zu einer Radtour in Windeck und zwar von Rosbach nach Au.

Hier noch ein Kommentar des Ortsvereinsvorsitzenden der SPD in Windeck, Dieter Vollmer:

“ Wenn man bedenkt, wie lange schon das „Projekt“ Radweg Rosbach – Au in der Planung ist, werden solche öffentlichkeitswirksamen Aktionen ad absurdum geführt. Bei dem genannten Streckenabschnitt handelt es sich um die gefährlichste Passage in unserer Gemeinde. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Autos besteht nicht zwischen Rosbach und Eulenbruch, und allein diese Tatsache lässt einen schaudern bei dem Gedanken, dass sich dort Familien per Rad auf den Weg machen. Wurden in der Vergangenheit gerne alle Verzögerungen, die man unserer Verwaltung anlasten konnte, auch in der Presse genüsslich ausgebreitet, so scheint die Kreisbehörde in diesen Belangen grundsätzlich Narrenfreiheit zu genießen. Vielleicht kann der Landrat bei seinem Besuch in Windeck sich dort einmal aufs Rad setzen… „

Viele Grüße
Lothar Peukert
für die SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Windeck

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