Lärm macht krank – Anwohner sind genervt

Antrag der SPD-Fraktion auf Maßnahmen gegen den zunehmenden Fahrzeuglärm, insbesondere von Motorrädern

Vermehrt führen Anwohner an Windecker Durchgangsstraßen Klage darüber, dass der Lärm von Kraftfahrzeugen, und hier insbesondere von Motorrädern, immer mehr zunimmt.

Windeck ist das Ziel vieler Motorradfahrer an Wochenenden, wobei der so genannte „Schladernring“, die Strecke zwischen Präsidentenbrücke und Waldbröl, inzwischen traurige Berühmtheit erlangt hat. Dadurch sind die Orte Rosbach und Schladern besonders betroffen. Doch auch Autofahrer beteiligen sich zunehmend an der Lärmerzeugung, indem sie mit manipulierten Auspuffanlagen versuchen auf sich aufmerksam zu machen.

Lärm macht krank. Viele Anwohner fühlen sich sowohl von den Polizeibehörden als auch vom Gesetzgeber im Stich gelassen.

Anderswo sind Politik und Verwaltungen schon aktiv geworden und setzen auf die kürzlich gestartete Kampagne „Silent Rider“, die in Teilen vom Bundesverband der Motorradfahrer unterstützt wird. Eine der Maßnahmen: Wer sein Motorrad technisch manipuliert und erwischt wird, muss damit rechnen, dass die Maschine sofort stillgelegt wird.
45 Kommunen beteiligen sich bereits an der Aktion, Bündnissprecher ist der Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Zu den Initiatoren gehören Kommunen am Rand des Nationalparks Eifel, Kreise, Polizeibehörden und der Nationalpark Eifel.

Um was geht es bei der Aktion:

Einige Städte und Regionen haben sich zu der Kampagne zusammengeschlossen, um etwas zu bewirken. Im Folgenden Auszüge aus der Vorstellung der Aktion.

„SILENT RIDER. Die Initiative gegen Motorradlärm.“ ist eine umfassende, zielorientierte Informations-, Image-, und Aktionskampagne gegen Motorradlärm, die bundesweit realisiert werden soll.

Ziel der Kampagne ist es, gemeinsam auf die umfassende Problematik des Motorradlärms in vielen Regionen Deutschlands hinzuweisen. 

Die Thematik wird in die breite Öffentlichkeit getragen, um dadurch Druck auf die Politik aufzubauen und endlich Veränderungen zu erwirken.

Sehr viele landschaftlich schöne Gegenden in ganz Deutschland leiden von Frühling bis Herbst unter dem unerträglichen Lärm, den frisierte oder zu schnelle Motorräder verursachen. 

Bundesweit gab und gibt es viele Aktionen und Aktivitäten von einzelnen Akteuren wie Polizei, Kommunen und Regionen, der Bevölkerung und auch von diversen Motorradvereinigungen, die bisher kaum eine Verbesserung der Situation erreicht haben.

Ein Auszug aus dem Entwurf eines möglichen Forderungskatalogs:

Leisere Motorräder durch Hersteller
Erwirkung eines Lärmschutzgesetzes
Drastischere Strafen für Manipulationen
Neue Verfahren (Messverfahren, Zulassungen)
Geräuschmessungen
Definition von Geräuschgrenzwerten
Frontkennzeichen für Motorräder
Allgemeine Halterhaftung

Diese Initiative kann nur mittelfristig etwas erreichen und soll dazu dienen, das Problem der willkürlichen Lärmerzeugung stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung und der Verursacher zu rücken. Sie kann zu einem Gegengewicht zu einflussreichen Lobbyverbänden werden, die sich in der Politik offenbar Einfluss verschaffen konnten.

Die Gemeinde Windeck wendet sich nicht gegen den Besuch von Motorradfahrern aus den umliegende Regionen und Städten, sie wendet sich aber gegen die Fahrer, die ihr persönliches Vergnügen über die Gesundheit anderer Menschen stellen. 

Viele Ferien- und Wochenendgäste kommen nach Windeck, um Natur und Ruhe zu genießen. Diese Initiative ist sicher auch in deren Interesse.

Antrag:

Die SPD-Fraktion beantragt,

  • dass die Gemeinde Windeck dem Bündnis „Silent Rider“ beitritt,
  • dass die Verwaltung Kontakt mit der Kreispolizeibehörde aufnimmt, um vermehrt Geschwindigkeits- und Geräuschmessungen zu initiieren. Über die Antwort der Kreispolizeibehörde ist der Rat zu informieren,
  • dass auf der Rathausstraße im Bereich Pochestraße/Hurster Straße eine Geschwindigkeitsanzeigetafel aufgestellt wird.

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