Europa-Kandidatin Tine Hørdum im Gespräch

Kandidatenfoto Hoerdum_Foto Fabian St�rtzFrau Hørdum, warum sollen die Leute am 25. Mai 2014 zur Europawahl gehen und der SPD ihre Stimme geben?

Die europäische Einigung hat unserem Land die längste Friedenszeit überhaupt gebracht. Wir werden für dieses Projekt von der ganzen Welt beneidet. Momentan befürchte ich aber, dass wir dieses Projekt durch eine teilweise falsche Politik gefährden.

Was meinen Sie damit?

Momentan stehen in Europa wirtschaftliche Fragen im Vordergrund. Und wir sehen, dass teilweise überreguliert wird. Ich möchte hingegen ein Europa, in dem die sozialen Rechte von Menschen an erster Stelle stehen.

Also einheitliche Sozialkassen für alle?

Nein, überhaupt nicht. Die Europäische Union sollte die unterschiedlichen Steuer- und Sozialsysteme der Mitgliedstaaten achten. Es geht aber darum, Mindeststandards zu vereinbaren, damit es nicht zu einem Unterbietungs-Wettbewerb der Staaten untereinander kommt. Nationale Wirtschafts- und Sozialpolitik kann nur funktionieren, wenn die europäische Ebene mitspielt.

Kann eine Europawahl wirklich einen Richtungswechsel herbeiführen?

Mehr denn je. Mit dem Vertrag von Lissabon ist das EU-Parlament wesentlich mächtiger als früher. Außerdem tritt die Parteienfamilie der Europäischen Sozialdemokraten zum ersten Mal mit einem Spitzenkandidaten an. Wir können stolz darauf sein, dass mit dem aktuellen Parlamentspräsidenten Martin Schulz ein deutscher Sozialdemokrat für dieses wichtige Amt gewählt wurde.

Wieso ist der Posten so wichtig? Er ist ja schließlich nicht vergleichbar mit einem Kanzlerkandidaten?

Natürlich ist es nicht das Gleiche, aber ähnlich wichtig. Martin Schulz will Präsident der Europäischen Kommission werden. Diese Behörde ist der Dreh- und Angelpunkt der europäischen Politik. Deshalb wird es Zeit, dass dort einer hinkommt, der die Menschen im Blick hat.

Liebe Frau Hørdum, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in den nächsten Wochen!

Tine Hørdum persönlich

Tine Hørdum, 30 Jahre, Politikwissenschaftlerin, ist aus vielen Gründen persönlich eng mit europäischen Fragen verbunden. Sie wuchs im weltoffenen Köln auf und ist zweisprachig, da ihre Mutter Dänin ist. Sie liebt Sprachen: neben ihren zwei Muttersprachen beherrscht sie noch Englisch, Spanisch und Italienisch und hat Grundkenntnisse in Norwegisch, Französisch und Portugiesisch. Als Referentin bei den Kölner Stadtwerken arbeitet sie beruflich daran, dass in Europa auch die Stimme der Städte und Gemeinden gehört wird.

Weitere Infos: www.spd.de/aktuelles/europawahl2014 und www.tine-hoerdum.eu

Kommentar verfassen