Kommunalisierung des Stromnetzes – weniger Abhängigkeit, mehr Gewinn

Sicher erinnern sich in Windeck noch viele an das Bestehen Elektrizitätsgenossenschaften, die im Gebiet des Großunternehmens RWE so etwas wie die Inseln einer Eigenversorgung darstellten. Als das RWE die Genossenschaften übernahm, konnten wir in der Gemeinde leider nicht die Chance nutzen, diese Genossenschaften zur Grundlage einer eigenen, gemeindeweiten Energie- bzw. Netzversorgung zu machen.

Zähler Stromnetz

Die SPD Windeck hat bereits vor wenigen Jahren angeregt, diese Initiative noch einmal zu ergreifen, um das Stromnetz zu kommunalisieren. Aus der Presse war zu vernehmen, dass schon einige Städte und Gemeinden diesen Weg gegangen sind, um sich Einnahmen zu sichern, die sonst an den Großkonzern RWE fließen. Dieser Konzern gibt sich mit seinem Marketing zwar in letzter Zeit ausgesprochen „kommunalfreundlich“, letztendlich steht hier aber immer noch der Gewinn für die Aktionäre im Vordergrund.

Wir pflegen in dieser Hinsicht einen Kontakt zur Stadt Waldbröl, wo die SPD mittlerweile auch die anderen Parteien im Rat davon überzeugt hat, dass es sich lohnt, das Stromnetz selbst zu übernehmen. Dazu braucht man einen starken Partner, der in Waldbröl aus den Stadtwerken Aachen besteht.

Uns schwebt in Windeck ein ähnliches Modell vor, mit dessen Hilfe wir nach der Übernahme des Stromnetzes mittelfristig auch etwa durch die Windenergie selbst Strom einspeisen können. Dies geschieht über eine noch zu gründende Gesellschaft unter dem Dach der Gemeindewerke.

Wir sind bei der derzeitigen Haushaltslage dazu verpflichtet, uns etwas vorzunehmen, das der Gemeinde Einnahmen verschafft; dies sehen wir mit diesem Geschäftsmodell im Bereich des Möglichen. Selbstverständlich geht man nicht blauäugig in dieses Verfahren hinein, es bedarf einer gründlichen Vorbereitung, in die wir durch eine Arbeitsgruppe in der SPD bereits eingestiegen sind.

Die so genannte Energiewende auf Bundesebene mag man bewerten, wie man will, der Anfang muss auch vor Ort gelegt werden. Wir sind sicher, dass es in unserer Gemeinde eine breite Mehrheit für dieses Ziel gibt.

 

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